30.03.2011

Kundenservice bei Banken: "Nur Kunde" oder "begeisterter Fan"?

Die Bedeutung des Internets für die Kommunikation von und mit Kunden hat nicht nur bei Banken stark zugenommen. Kunden sind heute auf vielen Kanälen aktiv und werden immer mächtiger. Sie reden miteinander und sie reden vermehrt auch über Banken und deren Leistungen. Eine besondere Rolle spielen dabei soziale Medien. Bereits rd. 70% der Diskussionen rund um das Thema Banken über Social-Media-Kanäle statt.

Sprach man vor rd. 30 Jahren davon, dass ein unzufriedener Kunde dieses 10 anderen mitteilen kann, so sprechen wir heute von fast 1.400 erreichbaren Kommunikationspartnern.

Konsumentenmacht.gif

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

In dieses Bild passen die Ergebnisse einer Studie der Firma Faktenkontor.

Umfrageergebnisse

Den Ergebnissen zu folge nehmen 62 Prozent der Deutschen negative Online-Berichte über Banken zum Anlass, sich gegen eine Kundenbeziehung mit dem betreffenden Institut zu entscheiden. Nach den Ergebnissen der Studie fällt besonders bei den über 55-Jährigen eine Negativberichterstattung im Internet auf kritischen Boden. Gut zwei Drittel dieser Altersgruppe macht der Studie zufolge ihre Institutsauswahl von Online-Nachrichten abhängig.

Das Internet ist zudem für 63 Prozent der Befragten wichtigste Quelle, um sich über Bankprodukte zu informieren. Die Online-Suche konzentriert sich dabei vor allem auf die Konditionen von Girokonten und Tagesgeld (jeweils 51 Prozent) oder Kreditkarten (40 Prozent). Rund jeder dritte Bürger informiert sich über festverzinsliche Geldanlagen und Bausparmodelle online.

Damit wird es für die Banken immer wichtiger, sich im Internet richtig zu positionieren und die Potentiale, die in einem aktiven Web-Auftritt liegen zu nutzen. Es genügt jedoch nicht, nur den Webauftritt zu verändern, vielmehr muss die gesamte Kommunikation mit den Kunden auf den Prüfstand gestellt werden.

Erfolgreiche Kundenkommunikation spielt sich auf drei Ebenen ab:

Zuhören, was die Kunden sagen

Die Banken müssen erkennen, wo und was über sie gesagt wird. Dazu benötigen sie Horchposten auf allen Kanälen und eine Stelle, welche die Botschaften zusammenträgt, filtert und gewichtet.

Schnelle und kompetente Antworten geben

Hier beginnt der wahre Kundenservice. Dort, wo erkannt wird, dass Kunden sich äußern, müssen schnelle und kompetente Antworten gefunden und auch gegeben werden. Das kann ein einfaches „Dankeschön“ sein, die Vermittlung einer gewünschten Information aber auch die Lösung eines Problems oder die zufriedenstellende Bearbeitung einer Beschwerde.

Aktive Beteiligung der Kunden

Soziale Medien ermöglichen es den Banken, Inhalte zu generieren und zu verbreiten, vor allem aber ermöglichen sie es den Banken, ihre Kunden an den Inhalten und deren Verbreitung zu beteiligen. Dabei ist es entscheidend, die Kunden auch an der Auswahl der Themen partizipieren zu lassen. Gerade dies ermöglicht eine „menschliche Zuwendung“ durch die Kunden, die den Unterschied ausmacht zwischen „nur Kunde“ oder „begeistertem Fan“.

Fazit

Wichtig, in allem was getan wird, sind Transparenz und Sichtbarkeit. Es geht um die gefühlten Wahrnehmungen der Kunden. Nur so gelingt es, Kunden zu zufriedenen Kunden, zufriedene Kunden zu loyalen Kunden und loyale Kunden zu begeisterten Kunden zu machen.

Text: Dr. Hansjörg Leichsenring

Weitere Artikel

Überholen ohne einzuholen: Über den Nutzen Künstlicher Intelligenz für das Future Internet #informare12

14.05.2012 | Berlin/Düsseldorf - Schachcomputer waren früher materialistisch eingestellt, sie agierten als dreiste Straßenräuber. „Jetzt opfern sie sogar Figuren“, so der Schachgroßmeister Helmut Pfleger....

weiterlesen

Über die Verunglimpfung der Netzöffentlichkeit: Das Shitstorm-Anonymitäts-Klagelied des Establishments

27.04.2012 | Düsseldorf - Sie sind der David im Kampf gegen den Konzern-Goliath: „Bürgerinitiativen und ihr berechtigter Zorn – Sind Pressesprecher die Verlierer der Öffentlichkeitsarbeit in der Partizipati...

weiterlesen

Gutenberg-Luther-Zuse-Stephan-Effekte gegen die digitale Trägheit: Über Flughöhen und Gestern-Branchen

20.04.2012 | Düsseldorf/Köln - Amerika ist stark in den wachsenden Branchen der digitalen Wirtschaft vertreten, Europas größte Börsenwerte liegen dagegen in den schrumpfenden Branchen wie der Telekommunikatio...

weiterlesen

Über die Rundumschläge von Gestern-Journalisten

13.04.2012 | Düsseldorf - Das Handelsblatt rutscht in seiner Kampagne gegen die so genannte Umsonstkultur im Netz immer mehr in den Jargon der Agitprop aus den Zeiten des Kalten Krieges ab: Als Reaktion auf die k...

weiterlesen

Vom Sofortness-Lebensgefühl in der vernetzten Ökonomie

10.04.2012 | Die Welt der Netz-Verbindungen hat sich mittlerweile auf jede einzelne Facette unseres Lebens ausgedehnt. Gartner prognostiziert, dass Mobiltelefone als die meist genutzten Zugriff-Geräte auf das Wor...

weiterlesen
1 2 3 4 5 ... 9 »