19.04.2012

Globale Studie: Banken bieten wenige gute Mobile Apps

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© Kigoo Images / PIXELIO

Die Mobile Apps der Deutschen Bank und der französischen Bank Caisse d'Epargne sind die Sieger eines Rankings von insgesamt fast 200 Apps, die die 50 weltweit führenden Banken für die Smartphones ihrer Kunden anbieten. In der Erhebung der Schweizer Research-Firma MyPrivateBanking erzielt die Deutsche Bank Höchstpunkte für die Inhalte ihrer Mobile Apps und deren Integration mit anderen Onlinemedien wie Facebook, Twitter und der eigenen Website. Die Mobile Apps der Caisse d’Epargne bestechen durcheine hervorragende Navigation und ein nutzerfreundliches Design. Die Bank of China gewinnt das Ranking für die beste einzelne Mobile Banking App. Überraschenderweise kam mit der Citibank nur eine von neun analysierten US-Banken in die Top25 des Ranking.

Insgesamt kommt die MyPrivateBanking Studie, “Mobile Apps for Banking”, zu dem Ergebnis, dass die mobile Revolution den Bankensektor zwar erreicht hat, aber die Entwicklung dort noch in einem sehr frühen Stadium ist. Derzeit bieten zwei Drittel der analysierten Banken nur rudimentäre Mobile Apps an, die lediglich sehr begrenzte Funktionen und Inhalte haben. Nur eine Handvoll Banken hat ein umfassendes und nutzerfreundliches Portfolio von aufeinander abgestimmten Apps für Privatkunden. Einige globale Banken bieten auch jetzt noch überhaupt keinen Mobile Apps für Privatkunden an.

Die Analyse und der Vergleich der Apps von 50 weltweit führenden Banken kommt zu folgenden Erlebnissen:

  • Mehrheit der Apps nur für das iPhone erhältlich. Es fehlen in grossem Mass spezifische Apps für das iPad. Noch bedenklicher ist, dass viele Banken keine Apps für das Android-Betriebssystem anbieten.
  • Viele Apps bieten nur Basisfunktionen. Nur 65% der Banken bieten Marktinformationen per App an und nur 40% der Banken haben Apps mit Funktionen für den Wertpapierhandel.
  • Wenig nützliche Inhalte auf Banking Apps. Weniger als die Hälfte der Banken bieten Produktinformationen oder Finanznachrichten auf ihren Mobile Apps. Inhalte, die von Kunden gerne genutzt werden, wie Videos oder digitale Kundenmagazine sind kaum zu finden.
  • Sicherheit und Datenschutz sind Schwachpunkte der Banking Apps. Viele der Apps haben eine schlechtere Datensicherheit wie das Online-Banking über den PC

“Trotz des starken Wachstums von Mobile Apps nimmt der Großteil der Banken nicht die neuen technischen Möglichkeiten wahr, um sowohl Kunden zu binden und zu gewinnen als auch ihre Marke zu stärken“, kritisiert Steffen Binder, Research Direktor von MyPrivateBanking. “Wir vermissen bei den Banken einen umfassenden, strategischen Ansatz bei der Entwicklung und dem Angebot von Mobile Apps.“

MyPrivateBanking Research empfiehlt den Banken drei zentrale Maßnahmen: Erstens sollte für jede Mobile App der angestrebte Kundennutzen klar definiert werden und wie sie mit anderen Mobile Apps und bestehenden Onlinekanälen integriert wird. Zweitens gehören in jedes App-Portfolio einer Bank Angebote zum Banking und Wertpapierhandel sowie Unternehmens- und Produktinformationen wie auch digitale Kundenmagazine. Drittens sollten bei der Entwicklung von Mobile Apps Kräfte konzentriert und klare Prioritäten gesetzt werden. Es geht darum einige herausragende Apps anzubieten statt eine Vielzahl von mittelmässigen oder schlechten Apps, die bei den Kunden Frustration auslösen.

 “Heute sehen wir nur die Anfänge der App Revolution. Schon bald werden Bankkunden mehr Zeit mit Apps auf ihrem Smartphone oder Tablets verbringen als am PC-basierten Internet”, sagt Steffen Binder. “Apps sind keine Spielerei, sondern eine digitale Zeitenwende. Banken, die diese verpassen, gefährden ihre Marktposition.”   (JS)

 

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