09.05.2012

Ein fundamentaler Umbruch der Medienwelt

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Daniela Baack / pixelio.de

Ist die Digitalisierung und das Aufkommen der neuen Medien nur eine Etappe in einer Reihe von Umbrüchen in den Medien, wie etwa der Aufstieg des Massenmediums Fernsehen, die Einführung des privaten Rundfunks oder der gesellschaftspolitische Umbau nach 1989?

In einem Panel des Studienkreises Rundfunk und Geschichte e.V. unternahmen unternahmen am Dienstag Journalisten, Medienexperten und Wissenschaftler beim Medientreffpunkt Mitteldeutschland 2012 (vom 7. bis 9. Main Leipzig) den Versuch einer Einordnung.

In einem einführenden Impulsreferat  stellte Prof. Dr. Reinhold Viehoff (Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg) dar, dass große Umbrüche in den Medien immer auch einen fundamentalen kulturellen Wandel nach sich zögen. Insofern sei die Digitalisierung durchaus vergleichbar mit der Erfindung der Schrift oder der Einführung des Buchdrucks.

Im anschließenden Gespräch stimmten alle Diskutanten mit Prof. Dr. Udo Reiter (MDR-Intendant a.D.) darin überein, dass sich aus der Digitalisierung größere Veränderungen ergeben, als aus allen Umbrüchen in den 50 Jahren zuvor. Angesichts der gegenwärtigen Entwicklungen müsse man sich daher auch fragen, so Reiter weiter, ob das Modell des öffentlich-rechtlichen Rundfunks zukünftig  noch überleben werde.

Vor diesem Hintergrund stellte Prof. Dr. Heinz Glässgen (Vorsitzender der Historischen Kommission der ARD) die Frage, wie wir unsere Gesellschaft mit Hilfe der Medien in Zukunft gestalten wollen. Rundfunkpolitik sei Gesellschaftspolitik, mit deren Hilfe neue Spielregeln für die Kommunikation der Zukunft gefunden werden müssen, so Glässgen weiter. Eine nicht zu unterschätzende Rolle innerhalb seiner beruflichen Laufbahn habe aber auch die Erfindung der Fernbedienung gespielt, mit der sich die Programmgestaltung in Hinblick auf die Zuschauerbindung dramatisch verändert habe.

Für Prof. Dr. Wolf-Dieter Ring, den ehemaligen Präsidenten der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien, war neben der Digitalisierung vor allem die Einführung des privaten Rundfunks eine entscheidende Zäsur, die große Auswirkungen auf das gesellschaftliche Leben gehabt habe. Darüber hinaus machte Ring mit dem Projekt Adhocracy, dass im Rahmen der Enquete-Kommission Internet und digitale Gesellschaft entstanden ist, auf neue Möglichkeiten der Mediennutzung in Hinblick auf Bürgerbeteiligung aufmerksam.

Auch Peter von Bechen (Chefredakteur Funkgeschichte) identifizierte die Digitalisierung als großen medialen Umbruch. Mit der Abstellung der Mittelwellensender würde eine Technologie an ihr Ende kommen, die seit der Einführung des Rundfunks in Deutschland im Jahr 1923 die technischen Verfahren der Übertragung kaum verändert habe. (ML)

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