11.05.2012

EU-Parlament: Roaming-Gebühren ab dem 1. Juli deutlich billiger‎

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© Kigoo Images / PIXELIO

Das EU-Parlament hat den neuen EU-Roaming-Regeln zugestimmt. Ab 1. Juli werden die Kosten für die Nutzung von Mobiltelefonen, Smartphones und Tablet-PCs im europäischen Ausland deutlich sinken. Ein entsprechendes Abkommen mit den nationalen Regierungen wurde am Donnerstag vom Parlament verabschiedet. Die neuen Regeln erlauben es Verbrauchern auch, Roaming-Dienste von anderen Anbietern als dem Anbieter im Heimatland zu nutzen. Gleichzeitig soll der Mobilfunkmarkt für neue Firmen geöffnet werden, um mehr Wettbewerb und weiter sinkende Preise zu erzielen.

"Indem wir die Preise für Daten-Roaming begrenzt haben, haben wir einen Markt für die Smartphone-Generation geschaffen. Wir haben der Abzocke ein Ende bereitet, die jeder kennengelernt hat, der bei Auslandsreisen sein Mobiltelefon benutzt hat. Ich freue mich, dass die Europäische Union Jahr für Jahr Geld zurück in die Taschen der Bürger geben kann", erklärte die für die Digitale Agenda zuständige EU-Kommissarin Neelie Kroes

Obergrenzen für Roaming-Gebühren

Auf Druck der Abgeordneten hin wird die neue Höchstgrenze für Preise für Datennutzung ab 1. Juli 2012 bei 70 Eurocent pro Megabyte liegen. 2013 wird sie auf 45 Cent herabgesetzt und ab 1. Juli 2014 wird sie bei nur mehr 20 Cent liegen. Zurzeit gilt keine gesetzliche Obergrenze und es steht Mobilfunkanbietern frei, ihre Preise festzulegen (siehe Tabelle).

Dank der neuen Preislimits sinken die Kosten für einen einminütigen Anruf (im oder ins EU-Ausland) ab 1. Juli 2012 auf maximal 29 Cent pro Minute. Zwei Jahre später, ab dem Juli 2014, werden die Obergrenzen dann auf höchstens 19 Cent, statt der bisher fälligen 35 Cent pro Minute, reduziert. Auch das Senden von Kurznachrichten wird künftig günstiger. Während der momentane Höchstpreis bei 11 Cent pro SMS liegt, soll er ab 1. Juli 2012 nur mehr 9 Cent und ab 1. Juli 2014 6 Cent betragen.

"Rechnungsschocks" vermeiden

Um überraschend hohe Rechnungen zu vermeiden, werden Warnungen, die bisher nur in der EU versandt werden, in Zukunft auch an Mobilfunknutzer versandt, die außerhalb der EU unterwegs sind. Ab 1. Juli 2012 erhalten Verbraucher eine Warnung, sobald ihre monatliche Rechnung 50 Euro (vor Steuern) übersteigt. Voraussetzung ist allerdings, dass das genutzte ausländische Netz die technischen Anforderungen erfüllt

Mehr Wettbewerb im Roaming-Markt

Erstmals enthält die Regelung auch Maßnahmen für mehr Wettbewerb. So werden Verbraucher ab 1. Juli 2014 die Wahl haben, Mobilfunkdienste für das In- und Ausland bei unterschiedlichen Anbietern zu kaufen, ohne ihre Nummer wechseln zu müssen. Beim Wechsel des Anbieters entstehen keine Kosten für den Verbraucher. Der Anbieter, von dessen Diensten der Verbraucher in seinem Heimatland Gebrauch macht, ist in Zukunft gezwungen, seine Kunden über dieses Recht in Kenntnis zu setzen. Mobilfunkdiscounter ohne ein eigenes Mobilfunknetz dürfen ab 1. Juli 2012 die Netze andere Anbieter zum Großhandelspreis nutzen, um Roaming-Dienste anzubieten. Dadurch soll mehr Wettbewerb am Roaming-Markt geschaffen werden.

Übersicht der neuen Tarife

Der im Ausland angerufene Gesprächspartner wird in Zukunft auch weniger zur Kasse gebeten: Der Preis fällt ab Juli 2012 von heute 11 Cent auf 8 Cent, 2013 auf 7 Cent und 2014 auf 5 Cent.

Obergrenze für Endverbraucherpreise ohne MwSt

Derzeit

 1. Juli 2012 

1. Juli 2013

 1. Juli 2014

Daten (pro Megabyte) 

-

70 Cent

45 Cent

20 Cent

Eigene Anrufe (pro Minute) 

35 Cent

29 Cent

24 Cent

19 Cent

Angenommene Anrufe (pro Minute)

11 Cent

8 Cent

7 Cent

5 Cent

SMS (per SMS) 

11 Cent

9 Cent

8 Cent

6 Cent


Obergrenze für Preise zwischen Mobilfunkanbietern ohne MwSt

Derzeit

 1. Juli 2012 

1. Juli 2013

 1. Juli 2014

Daten (pro Megabyte) 

50 Cent

25 Cent

15 Cent

5 Cent

Eigene Anrufe (pro Minute) 

18 Cent

14 Cent

10 Cent

5 Cent

SMS (per SMS) 

4 Cent

3 Cent

2 Cent

2 Cent

 

Die neuen Regeln werden im Juni vom Ministerrat formal verabschiedet und gelten ab 1. Juli in allen EU-Staaten. Ende Juni 2016 muss die Europäische Kommission dann die Umsetzung der Regeln untersuchen. (JS)

Übersicht der neuen Tarife


Ab 1. Juli kostet das Herunterladen von einem Megabyte Daten nur noch höchstens 70 Cent. Anrufe innerhalb Europas werden nicht mehr als 29 Cent pro Minute kosten (heute: 35 Cent), 2013 dann noch 24 Cent und 2014 nur noch 19 Cent.

Der im Ausland angerufene Gesprächspartner wird in Zukunft auch weniger zur Kasse gebeten: Der Preis fällt ab Juli 2012 von heute 11 Cent auf 8 Cent, 2013 auf 7 Cent und 2014 auf 5 Cent. Für SMS dürfen ab Juli 2012 fürs Verschicken aus einem anderen EU-Land nur noch maximal 9 Cent, ab 2014 höchstens 6 Cent berechnet werden (alle Preise ohne Mehrwertsteuer).


Obergrenze für Endverbraucherpreise ohne MwSt


Derzeit

 1. Juli 2012 

1. Juli 2013

 1. Juli 2014

Daten (pro Megabyte) 

-

70 Cent

45 Cent

20 Cent

Eigene Anrufe (pro Minute) 

35 Cent

29 Cent

24 Cent

19 Cent

Angenommene Anrufe (pro Minute)

11 Cent

8 Cent

7 Cent

5 Cent

SMS (per SMS) 

11 Cent

9 Cent

8 Cent

6 Cent


Obergrenze für Preise zwischen Mobilfunkanbietern ohne MwSt


Derzeit

 1. Juli 2012 

1. Juli 2013

 1. Juli 2014

Daten (pro Megabyte) 

50 Cent

25 Cent

15 Cent

5 Cent

Eigene Anrufe (pro Minute) 

18 Cent

14 Cent

10 Cent

5 Cent

SMS (per SMS) 

4 Cent

3 Cent

2 Cent

2 Cent

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