12.06.2012

Zukunftsmarkt Machine-to-Machine: Wachstumschancen nutzen mit industrialisierten Angeboten

Das Marktvolumen für Machine-to-Machine-Kommunikation (M2M) wird im kommenden Jahr erneut um ein Drittel zunehmen. Allein für einen einzelnen Automobilhersteller liegt das Potenzial bei etwa zwei Millionen M2M-SIM-Karten in drei Jahren. Das Spektrum der Möglichkeiten für M2M-Lösungen ist fast unbegrenzt. Doch die Industrialisierung schreitet nur langsam voran. Mit einer langwierigen Systemeinführung würden Unternehmen allerdings das Wachstum verpassen. Sie sollten schnell mit industrialisierten Angeboten die Wachstumschancen nutzen. Das ist das Ergebnis einer Marktbeobachtung von Steria Mummert Consulting.

Ein Grund dafür, dass jetzt Fahrt in das M2M-Geschäft kommt, ist die EU-Vorschrift, nach der alle neu zugelassenen Fahrzeuge ab 2015 mit einer Emergency-Call-Möglichkeit ausgestattet sein müssen. Doch das Segment bietet noch zahlreiche weitere Lösungen von mobilen Blutdruckgeräten für die Gesundheitsbranche, über die Verfolgung von Containern in der Logistik bis zu Smartphones, die Pizzabestellungen direkt an den Restaurantcomputer melden. Weiterer echter Mehrwert wird möglich, wenn Unternehmen über eine Einzellösung hinausdenken. Die anonymisierte Verfolgung von Mobilfunksignalen in Autos wird zum Beispiel für die Lokalisierung von Staus in Echtzeit genutzt.

„Telekommunikationsunternehmen sollten branchenspezifische und maßgeschneiderte Angebote entwickeln“, sagt Volker Klünter von Steria Mummert Consulting. „Zwingend müssen sie industrialisierte Lösungen bereitstellen, die Kunden ohne umfangreiche Anpassungen in ihre Geschäftsprozesse übernehmen können. Doch solche Lösungen sind bisher nur im Ansatz zu erkennen.“

Bisher werden viele M2M-Lösungen noch über durchschnittlich zwei Jahre hinweg einzeln für jeden Endkunden entwickelt. Jedes Telekommunikationsunternehmen betreut pro Monat etwa zehn Geschäftskunden mit jeweils individuellen Lösungen. Um dies effizienter zu gestalten, wurden Systemhäuser oder Modulanbieter dazwischengeschaltet. Dies macht die Telekommunikationsunternehmen jedoch zu einem von vielen Gliedern in der Wertschöpfungskette, ohne ihren Anteil an der Wertschöpfung zu erhöhen. Eine Standardisierung der gefundenen Lösungen findet bisher kaum statt, ist aber zumindest auf Ebene der Industrien wie Logistik oder Automotive notwendig, um nicht für jeden Kunden eines Bereichs eine individuelle Lösung akquirieren und bauen zu müssen. „Aktuell nicht realisierte Anwendungen werden häufig manuell bereitgestellt. Dies kann den Effizienzlevel gefährden, den die Telekommunikationsunternehmen mittels hoher Automatisierung und Outsourcing mühsam erreicht haben“, sagt Klünter.

Langfristig sollten Unternehmen diese Lösungsbausteine zur Industrialisierung entwickeln, ohne das Marktwachstum zu verpassen. „Kurzfristige Auftragsspitzen für M2M-Lösungen sollten nicht abgewiesen werden, nur weil Fachkräfte fehlen. Um jedoch eine langfristige Kostensteigerung auf Seiten des Unternehmens zu vermeiden, können externe Dienstleister die aufkommenden Spitzen temporär abdecken“, so Klünter. Wichtig ist auch ein Blick auf Datenschutz und IT-Sicherheit, denn mit zunehmender Verbreitung von M2M steigt auch die Gefahr von Missbrauch durch Manipulation und Datendiebstahl. (ML)

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