26.11.2010

Stromkonzerne: Kunden mit schuld an Preiserhöhung?

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Ein Monitoring-Bericht der Bundesnetzagentur kritisiert, dass Verbraucher zu wenig Druck auf die Energieversorger ausüben. Wegen ihrer Wechselunwilligkeit seien sie mitverantwortlich für die Preistreiberei der Unternehmen.

Auf dem Strommarkt lasse der Wettbewerbsdruck wieder deutlich nach. Ein Grund: Nur wenige Verbraucher wechseln zu einem billigeren Anbieter. 86% aller Stromkunden würden immer noch von ihrem lokalen Versorger beliefert. Dadurch könnten Stromkonzerne ihre Preise hochhalten und sogar erhöhen. Das meldet die FAZ unter Berufung auf ein Papier der Bundesnetzagentur. Neben der "Trägheit" der Kunden sieht die Behörde auch die Vermarktungsstrategien der Regionalversorger kritisch.

Dominanz der Großen

In vielen Versorgungsgebieten gebe es zwar Alternativangebote. Preislich seien diese aber oft nicht attraktiv, würden gar nicht aktiv beworben und bildeten wenig Anreiz für einen Wechsel. Zudem zögen die vier Marktführer (RWE, Eon, EnBW und Vattenfall) knapp die Hälfte der wechselwilligen Kunden an. "Auf das gesamte Bundesgebiet bezogen, bleiben hierdurch die dominierenden Marktverhältnisse bestehen. Und auch auf regionaler Ebene bleibt, trotz steigender Absatzzahlen, eine lokale Dominanz der jeweiligen Grundversorger erhalten“, wird die Aufsichtsbehörde von der FAZ zitiert.

Preiserhöhungen nicht gerechtfertigt

Die Netzagentur widerspricht dem Eindruck, dass vor allem die Steuern und Abgaben für den Ökostrom die Preise treiben. Der Anstieg während der vergangenen Jahre sei in erster Linie auf höhere Beschaffungskosten und den Vertrieb zurückzuführen. Der "unternehmerische Anteil" an den Erhöhungen sei ungefähr dreimal so groß wie der staatliche.

Für vorgeschoben hält Behördenpräsident Matthias Kurth auch die Begründung der jetzt anstehenden Preiserhöhungen: Nach den Berechnungen der Behörde verbleiben den Konzernen abzüglich Steuern, Abgaben und Netzentgelten 8,11 Cent je Kilowattstunde. Bei einem Beschaffungspreis von rund 5 Cent je Kilowattstunde, den die Netzagentur aus Future-Notierungen der Strombörse EEX für Lieferungen im kommenden Jahr ableitet, gebe es keinen sachlichen Grund für die Welle von Strompreiserhöhungen. (NK)

 

 

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