01.12.2010

Mobilfunk-Service im Auto: E-Call rettet Leben

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Bildquelle: Europäische Kommission

Der automatische Notruf soll Standard bei den Fahrerassistenzsystemen werden. Dafür setzt sich ein Konsortium von NXP, BMW, Allianz, Telekom und anderen ein. Pro Jahr könnte 2.500 Menschen in Europa das Leben gerettet werden. Voraussetzung ist eine grenzüberschreitende Funktionsweise.

E-Call ist eine Initiative von NXP, BMW, IBM, Allianz-Ortungs-Services, Dekra, Telekom Deutschland und den Automobilclubs AvD, Touring und UAMK. Ihnen allen geht es mit der Verbreitung des automatischen Rettungsrufs zu langsam. Weltweit sind derzeit nur etwa 3 % aller Fahrzeuge mit Telematik-Systemen ausgestattet, die für den E-Call nötig sind.

Im November führte das Konsortium mit "European E-Call Trial" einen Feldversuch durch. Drei Fahrzeuge fuhren zeitgleich von Madrid, Athen und Helsinki nach Brüssel. Mit an Bord: eine Telematik-Box, die in regelmäßigen Abständen Test-Notrufe absetzte. Empfänger waren Server von IBM und Allianz sowie das BMW-Callcenter.

Größe einer Zwei-Euro-Münze

Bei Verkehrsunfällen baut das Modul "Automotive Telematics On-Board Unit Platform" (Atop) per GSM-Mobilfunk automatisch eine Verbindung zur Notrufzentrale auf. Atop ist winzig wie eine Zwei-Euro-Münze. Bei dem Versuch ging das Test-Signal über das Mobilfunknetz der Telekom und der zugehörigen Roaming-Partner zur nächsten Rettungsleitstelle. IBM bietet hierfür Hardware, Software und darauf aufsetzende Messaging- und Visualisierungsprodukte an, etwa um eine präzise Lokalisierung und Zuordnung zu verwirklichen.

An die Rettungsstelle werden Daten wie Zeitpunkt, GPS-Koordinaten des Unfallorts und Zusatzinformationen übermittelt. Auch ein manueller E-Call ist möglich. Das Ziel des Notrufs ist eine Zeitersparnis von 40 bis 50 % bis zum Eintreffen der Rettungskräfte. Dies könnte europaweit die jährliche Zahl der Verkehrsopfer um etwa 2.500 verringern, den Schweregrad von Verletzungen reduzieren und wirtschaftlichen Betrachtungen zufolge rund 26 Milliarden Euro einsparen.

Der Versuch sollte zeigen, dass der E-Call-Notruf unabhängig vom verwendeten Standard über alle Landesgrenzen hinweg zuverlässig funktioniert und die Telematik-Lösung kompatibel ist mit dem von der EU vorgegebenen Standard für automatische Notrufe. Die EU sieht eine Übertragung per Inband-Modem vor. Lars Reger von NXP resümiert: "Der grenzüberschreitende E-Call per Inband-Modem oder SMS aus dem Auto funktioniert."

Allianz und BMW Vorreiter

Die Allianz-Ortungs-Services (AOS) bietet schon heute die genaue Ortung Verunglückter per Mobilfunk – über ihre "112 Life Service“-Ortungsplattform. Als Informations-Provider empfängt, dekodiert, visualisiert und übermittelt AOS den aufbereiteten Notfalldatensatz direkt an die lokal zuständige Rettungsleitstelle.

Jüngst wurde BMW auf dem "Mondial de L’Automobile 2010" in Paris für den erweiterten Notruf "Assist Advanced E-Call" ausgezeichnet. Auch die Kunden reagieren positiv. Regelmäßig bekommt der Autobauer Nachrichten von Menschen, die dank E-Call gerettet werden konnten.  (SearchNetworking.de/NK)


 

Quelle: Europäische Kommission

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